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Erneut Erfolg beim Presserat!

Bereits zum zweiten Mal hat der Deutsche Presserat einer Beschwerde des VKHD stattgegeben und dem Autor aufgrund dessen einen „Hinweis“ erteilt.

Die Beschwerde bezog sich auf den Beitrag „Heilpraktiker – Gefahr oder Segen“, der am 17.12.2017 im Tagesspiegel online erschienen ist.

In seinem extrem einseitigen Artikel lässt der Autor fast ausschließlich (ärztliche) Kritiker am Beruf des Heilpraktikers zu Wort kommen und macht sich unverkennbar deren Auffassung zu Eigen. Als Beispiel für die Gefahr, die von Heilpraktikern ausgehe, führt er u.a. die nach wie vor ungeklärten Todesfälle an, die sich im Sommer 2016 nach der Behandlung eines Heilpraktikers in Brüggen-Bracht ereignet haben.

 Zwar verweist der Artikel auf die Tatsache, dass Heilpraktiker nur sehr niedrige Beiträge zur Berufshaftpflichtversicherung zahlen. Dies wird von den Versicherern damit begründet, dass kaum Schäden durch die Behandlung von Heilpraktikern entstehen. Dieser Tatsache setzt der Autor jedoch folgende Behauptung entgegen: „Doch trauen sich Patienten oft nicht, gegen ihren Heilpraktiker vorzugehen. Daher dürfte es eine erhebliche Dunkelziffer geben.“ 

Der Deutsche Presserat stimmt mit dem VKHD überein, dass es sich bei dieser Aussage „um eine unbelegte Tatsachenbehauptung handelt. An keiner Stelle der Berichterstattung untermauert die Redaktion diese Aussage mit Fakten. Aufgrund der Tragweite der Feststellung wäre dies jedoch notwendig gewesen“ (Schreiben des Dt. Presserates vom 10.04.2018). Somit habe der Autor gegen die journalistische Sorgfaltspflicht verstoßen, die in Ziffer 2 des Pressekodex definiert ist.

Der VKHD begrüßt diese Entscheidung des Presserates, auch wenn sich dadurch keine Richtigstellung oder nachträgliche Änderung des Beitrags erwirken lässt. Es bleibt zu hoffen, dass der „Hinweis“ des Presserates den Autor dazu veranlasst, in Zukunft darauf zu verzichten, dem Leser seine eigene Meinung als Tatsache präsentieren zu wollen.

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