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Schädigen Protonenpumpenhemmer (PPI) die Nieren?

10.03.2019
Schädigen Protonenpumpenhemmer (PPI) die Nieren? Schädigen Protonenpumpenhemmer (PPI) die Nieren? Fotolia.com #243810990 © Crystal light
Protonenpumpenhemmer (PPI) könnten Nierenschädigungen und Elektrolytstörungen verursachen und zwar deutlich häufiger als H2-Blocker, so eine aktuelle Auswertung aus den USA. Damit scheint ein weiterer Beleg vorzuliegen, dass PPI nicht so harmlos sind, wie häufig angenommen.

Eine langfristige Einnahme von Protonenpumpeninhibitoren (PPI) kann mit einem erhöhten Osteoporose-, Fraktur- und Herzinfarktrisiko, Pneumonien, Durchfällen oder einem Vitamin B12- und Magnesium-Mangel einhergehen. Eine aktuelle amerikanische Auswertung hat nun bestätigt, dass PPI bei Langzeitanwendung auch deutlich häufiger Nierenkrankheiten und Elektrolytstörungen auslösen als z.B. H2-Blocker. PPI sind zwar nach der Einnahme gut verträglich und werden deshalb auch in der Langzeitanwendung relativ häufig verordnet. Es mehren sich jedoch die Hinweise, dass es durch die Gabe von PPI zu unerwünschten Veränderungen kommt, die sich erst mit zeitlicher Verzögerung zeigen.

Ein Wissenschaftlerteam aus San Diego in den USA hat für seine aktuelle Untersuchung Daten des „FDA Adverse Event Reporting System“ (FAERS) ausgewertet. Es wollte wissen, ob sich Auswirkungen von PPI auf die Nierenfunktion belegen lassen. In FAERS werden UAW-Meldungen gesammelt. Der große Datenpool bietet die Möglichkeit, nach Zusammenhängen zwischen z.B. PPI-Gaben und anderen Erkrankungen zu suchen.

PPI gefährden Nieren häufiger als H2-Blocker

Im aktuellen Fall verglichen die Forscher die Daten von Patienten, die PPI eingenommen hatten, mit denen von Patienten, die H2-Blocker bekamen. Es zeigte sich, dass diejenigen, die PPI einnahmen, deutlich häufiger Störungen der Nierenfunktion aufwiesen. So litten die PPI-Anwender 28,4-mal häufiger unter Chronischen Nierenerkrankungen als Betroffene, die mit H2-Blocker behandelt worden waren. Akute Nierenschäden traten 4,2-mal so oft bei PPI-Verwendern auf. Nierenerkrankungen im Endstadium (sprich Dialyse) waren 35,5-mal und unspezifische Nierenfunktionsstörungen 8-mal häufiger. PPI-Anwender litten zudem 2,8-mal so häufig unter Nierensteinen wie Anwender von H2-Blockern.
Bei Patienten, die PPI einnahmen, wurden auch häufiger Elektrolytstörungen diagnostiziert (Hypomagnesiämie 78,5-fach, Hypokalzämie 26-fach, Hypokaliämie 6,3-fach und Hyponatriämie 2,2-fach häufiger).

Die Werte sind in dieser Auswertung deutlich höher als in anderen epidemiologischen Studien. Ein Grund könnte die Tatsache sein, dass in FAERS nur kranke Menschen gemeldet werden, die ernsthafte gesundheitliche Probleme haben. Auch wenn diese Querschnittsstudie keine Kausalität belegen kann, so bestätigt sie eine Korrelation, die auch andere Studien schon aufgezeigt haben.

Studie bestätigt frühere Untersuchungen

So zeigten Lazarus et al. 2016, dass PPI-Anwender ein deutlich erhöhtes Risiko für chronische Nierenerkrankung haben. Sie hatten dazu die Daten aus zwei Untersuchungen ausgewertet (1. Kohorte mit rund 10.500 Teilnehmern einer amerikanischen Beobachtungsstudie, die über einen Zeitraum von rund 14 Jahren begleitet wurde. 2. Studie mit 16.900 Versicherten des Geisinger Health System aus Pennsylvania). Die Berechnungen der Studienautoren ergaben, dass sich das Erkrankungsrisiko für eine Nierenerkrankung durch PPI von 8,5 auf 11,8 Prozent erhöht. Außerdem hatten Patienten, die PPI zweimal täglich einnahmen, ein höheres Risiko als Patienten, die die Mittel nur einmal täglich einnahmen.

Quelle: aerzteblatt.de
Die Studie aus San Diego finden Sie hier.
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