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Migräne: Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen

13.02.2018
Migräne erhöht Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen Migräne erhöht Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen Pixabay #1910649 © typographyimages
Eine aktuelle dänische Kohortenstudie untersuchte den Zusammenhang zwischen Migräne und kardiovaskulären Erkrankungen. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass Migräne-Patienten ein höheres Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, venöse Thromboembolien sowie Arrhythmien aufweisen als Menschen ohne Migräne. Am stärksten ausgeprägt ist das erhöhte Schlaganfall-Risiko. Migräne-Patienten erleiden fast doppelt so häufig einen Schlaganfall wie Menschen ohne die Kopfschmerzerkrankung.

Die Wissenschaftler werteten die Daten von 51.032 Migräne-Patienten und 510.320 Personen einer Kontrollgruppe aus dem Danish National Patient Registry (DNPR) im Zeitraum von Januar 1995 bis November 2013 aus. Dieses Register umfasst Statistiken aller dänischen Kliniken und Krankenhausambulanzen. 71 Prozent der Studienteilnehmer waren Frauen. Im Durchschnitt lag das Alter der Migräne-Gruppe zum Zeitpunkt der Diagnose bei 35 Jahren (22 bis 47 Jahre).

Stärkste Korrelation: Migräne und Schlaganfall

Schwerpunktmäßig untersuchten die Forscher die Komorbidität von Migräne und Myokardinfarkt, ischämischem und hämorrhagischem Insult, venöser Thromboembolie, Vorhofflattern und Vorhofflimmern, Herzinsuffizienz und peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK). Dabei zeigte sich für die meisten der untersuchten Erkrankungen ein erhöhtes Risiko für die Migräne-Gruppe. Statistisch am stärksten ausgeprägt war der Zusammenhang zwischen Migräne und ischämischem sowie hämorrhagischem Schlaganfall. Das Risiko war um das 2,26fache bzw. 1,94fache erhöht. Aber auch für den Myokardinfarkt (1,49), venöse Thromboembolien (1,59), Vorhofflimmern oder Vorhofflattern (1,25) ermittelten die Wissenschaftler ein erhöhtes Risiko der Migräne-Patienten. Keinen signifikanten Zusammenhang zeigte sich zwischen Migräne und pAVK sowie Migräne und Herzinsuffizienz.

Die meisten kardiovaskulären Ereignisse im ersten Jahr nach Migräne-Diagnose

Auffällig war, dass die kardiovaskulären Erkrankungen vermehrt im ersten Jahr nach Diagnosestellung einer Migräne auftraten. Darüber hinaus zeigte sich ein Unterschied zwischen Migräne mit und ohne Aura. Migräne-Patienten mit begleitender Aura erkrankten insgesamt öfter an kardiovaskulären Erkrankungen als Migräne-Patienten ohne dieses Symptom. Lediglich bei venösen Thromboembolien und Herzinsuffizienz konnte kein Bezug zur Aura hergestellt werden.

Andere Faktoren könnten Ergebnisse beeinflusst haben

Die Studienautoren sehen Migräne als bestätigten Risikofaktor von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Allerdings bleibt unklar, ob tatsächlich eine direkte Kausalbeziehung besteht. Unberücksichtigte Faktoren wie Stress oder Bewegungslevel könnten ebenfalls Auswirkungen haben. Darüber hinaus ist unklar, ob nicht-steroidale Antirheumatika, die von vielen Migräne-Patienten eingenommen werden, eine Rolle spielen. Diese stehen im Verdacht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu begünstigen.

Quelle: DAZ online
Hier klicken, um zur Studie im BMJ zu gelangen.
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