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Erhöht der Verzicht auf Gluten das Diabetesrisiko?

18.09.2018
Erhöht der Verzicht auf Gluten das Diabetesrisiko? Erhöht der Verzicht auf Gluten das Diabetesrisiko? Pixabay # 3597342 © Duvera
Eine Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen dem Verzicht auf Gluten und dem Typ-2-Diabetesrisiko. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass mit sinkender Glutenzufuhr das Diabetesrisiko steigt. So hatten Probanden mit dem geringsten Glutenkonsum ein 13 % höheres Typ-2-Diabetes-Risiko als die Studien-Teilnehmer mit der höchsten Gluten-Zufuhr.

Das u.a. in Weizen enthaltene „Klebereiweiß“ Gluten ist in „Misskredit“ geraten. Immer mehr Menschen sind davon überzeugt, dass es für viele ihrer gesundheitlichen Beschwerden verantwortlich ist und verzichten darauf, selbst wenn sie weder an Zöliakie, einer Weizenallergie noch an Nicht-Zöliakie-Nicht-Weizenallergie-Weizensensitivität leiden. Die wissenschaftliche Studienlage zum Thema ist jedoch nicht eindeutig.

Deshalb werteten die Studienautoren die Ergebnisse von drei Studien mit rund 200.000 Teilnehmern aus: Nurses‘ Health Study (NHS) mit 17.602 Teilnehmer in den Jahren 1984-2012, NHS II mit 88.604 Probanden in den Jahren 1991–2013 und Health Professionals Follow-up Study (HPFS) mit 41.908 Teilnehmern in den Jahren 1986–2012. Die Teilnehmer dieser Studien hatten über die Zeitspannen von 20–28 Jahren in validierten Fragebögen Angaben zu ihrer Ernährung gemacht.

2–12 g täglich Zufuhr von Gluten

Die Auswertungen zeigten, dass die Glutenzufuhr stark mit der Aufnahme von Kohlenhydraten korrelierte, die überwiegend aus raffiniertem Getreide, Stärke und Ballaststoffen bestanden (Nudeln, Vollkornbrot, Müsli, Pizza, Weißbrot und Backerzeugnisse aus Weizen). Die Studienteilnehmer nahmen im Durchschnitt zwischen 2–12 g Gluten pro Tag zu sich.
 

13–20% verringertes Risiko

8 % der Probanden entwickelten im Beobachtungszeitraum ein Typ-2-Diabetes. Je weniger Gluten die Probanden zu sich nahmen, umso höher lag das Diabetesrisiko. Die Gruppe mit dem höchsten Glutenkonsum, d.h. einer durchschnittlichen Glutenzufuhr von 6,8–9,3 g/d, hatte ein um 20 % niedrigeres Diabetesrisiko.

Wurde zusätzlich der Verzehr von Ballaststoffen aus Getreide berücksichtigt, fiel die Risikoreduktion bei höherem Glutenkonsum etwas geringer aus (13 %). Eine Dosis-Wirkungs-Analyse bestätigte die weitgehend lineare inverse Beziehung zwischen einer Glutenzufuhr bis zu 12 g/d und dem Typ-2-Diabetesrisiko.

Hintergrund könnte die verminderte Ballaststoffzufuhr sein

Die Wissenschaftler schlussfolgern, dass das höhere Risiko für Typ-2-Diabetes bei geringerem Glutenkonsum u.a. durch die verminderte Ballaststoffzufuhr zu erklären sei.  Eine Glutenzufuhr auf dem Niveau, wie es für westliche Industrienationen typisch ist, erhöhe das Diabetesrisiko wahrscheinlich nicht. Eine Einschränkung der Glutenaufnahme helfe den meisten Menschen jedoch vermutlich nicht, einem Typ-2-Diabetes vorzubeugen.

Quelle: Ärzte Zeitung online
Die Studie ist Diabetologica erschienen.
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