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Ausgangssubstanzen homöopathischer Arzneien


Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum homöopathische Arzneimittel lateinische Namen tragen? Ganz einfach: Der Gesetzgeber schreibt das im Arzneimittelgesetz (AMG) so vor. Die homöopathischen Arzneimittel müssen nach den traditionellen Bezeichnungen ihrer Ausgangsstoffe benannt werden, die weitestgehend der zweiteiligen wissenschaftlichen Nomenklatur entnommen sind. So finden Sie zum Beispiel auf der Verpackung eines homöopathischen Mittels, das aus Ringelblume gewonnen wird, den Arzneinamen „Calendula“ und nicht „Ringelblume“. Wussten Sie, dass beispielsweise ein „Gänseblümchen“ oder auch eine „Butterblume“ je nach Dialekt und Landstrich jeweils völlig verschiedene Blumen sein können?

Die meisten der über 2.000 auf dem deutschen Markt registrierten homöopathischen Einzelmittel wären mit deutschen Bezeichnungen mangels eindeutiger deutscher Systematik (Taxonomie und Nomenklatur) nicht klar unterscheidbar. Die gesetzlichen Vorgaben für die Bezeichnungen der Arzneimittel haben auch den Vorteil, dass die Mittel fast überall auf der Welt gleich heißen. Zahlreiche Hersteller ergänzen in ihren Packungs-Angaben darüber hinaus den deutschen Namen, sofern ein solcher vorhanden ist.


Die Vielfalt homöopathischer Arzneimittel

Die Ausgangsstoffe der homöopathischen Arzneimittel werden überwiegend aus Pflanzen, Pilzen, Mineralien und Metallen, aber auch aus Tieren, Krankheitserregern, Giften sowie Toxinen gewonnen.


1. Pflanzen und Pilze. Ein Großteil der verwendeten Homöopathika ist pflanzlichen Ursprungs, z.B. das häufig bei Verletzungen eingesetzte Arnica montana (Bergwohlverleih), Calendula (Ringelblume), Atropa belladonna (Tollkirsche), Aconitum napellus (Sturmhut) oder Bryonia alba (Zaunrübe), um nur einige Beispiele zu nennen. Für die Herstellung der homöopathischen Arzneien werden entweder die ganzen frischen Pflanzen oder Pflanzenteile (z.B. Blüten, Wurzeln, Wurzelstöcke) verwendet oder getrocknete Pflanzen bzw. -teile eingesetzt. Auch einige Pilze, z.B. Agaricus muscarius (Fliegenpilz), werden zur Herstellung homöopathischer Arzneien genutzt.

2. Stoffe mineralischen Ursprungs, chemische Elemente und deren Verbindungen sowie Metalle. Anorganische Stoffe bilden die nächst größere Gruppe der Ausgangssubstanzen homöopathischer Arzneimittel. So werden beispielsweise Metalle wie Gold (Aurum metallicum) oder Eisen (Ferrum metallicum), chemische Elemente wie Arsen (Arsenicum album) und Quecksilber (Mercurius solubilis) verrieben. Nichtmetallische Substanzen wie Kohlenstoff und Schwefel (Sulphur) oder Mineralverbindungen wie Kochsalz (Natrium chloratum) finden in der Homöopathie ebenso Verwendung.

3. Tierische Substanzen. Tiere liefern weitere Ausgangssubstanzen für die Herstellung homöopathischer Arzneien. Hierbei kann entweder das ganze Tier – wie bei der Biene (Apis mellifica) – oder auch nur ein tierisches Produkt (z.B. Gifte und Sekrete) – etwa die Tinte des Tintenfischs (Sepia succus) oder das Gift der Buschmeisterschlange (Lachesis mutus) – als Quelle dienen.

4. Krankheitserreger und Toxine.
Sind Sie schon einmal auf den Begriff „Nosoden“ in Zusammenhang mit der Homöopathie gestoßen? Es handelt sich dabei um menschliche oder tierische Krankheitsprodukte. Genau genommen sind es Arzneien, die aus menschlichen oder tierischen Absonderungen, gesundem oder krankem Gewebe oder Krankheitserregern hergestellt werden. Jetzt denken Sie sicher, dass das doch eher wenig appetitlich und bedenklich klingt. Aber das homöopathische Herstellungsverfahren unterliegt – wie wir noch sehen werden – strengen gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien. Die in EU-Richtlinien und in Arzneibüchern gesetzlich festgelegten Vorgaben gewährleisten für ganz Europa, dass Nosoden frei von übertragbaren Krankheitserregern oder anderen schädlichen Stoffen sind; die hohe Potenzierung schafft nochmals zusätzliche Sicherheit. Die Behörden lassen kein homöopathisches Arzneimittel auf den Markt, dass für Patienten ein noch so geringes Risiko beinhaltet. Das Haupteinsatzgebiet der Nosoden liegt bei der Behandlung chronischer Erkrankungen.


Verarbeitung der Ausgangssubstanzen: Sicherheit gewährleistet

Grundsätzlich sind alle homöopathischen Arzneimittel nach dem deutschen Arzneimittelgesetz apothekenpflichtig. Bevor sie jedoch in die Apotheke gelangen und dort abgegeben werden dürfen, werden die Homöopathika wie die konventionellen bzw. chemisch-definierten Arzneien durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) behördlich überprüft. Für die Registrierung und damit Markterlaubnis muss vorab die Sicherheit, für Zulassungen mit Indikationsangabe außerdem die Wirksamkeit der Arzneien belegt werden. Für den Produktionsprozess selbst müssen die Hersteller Nachweise zu Herstellung und Qualität der Arzneimittel vorlegen; Qualitätsmanagement und Einhaltung pharmazeutischer Richtlinien sind eine Selbstverständlichkeit. Die Anforderungen sind streng und umfassen Eingangskontrollen der pflanzlichen, tierischen und mineralischen Ausgangsmaterialien und der Urtinktur, Prozesskontrollen, lückenlose Dokumentation und die Überprüfung des Fertigpräparats. Es dürfen ausschließlich zertifizierte Ausgangsstoffe verwendet werden, deren Gewinnung umfassend zu dokumentieren ist und ebenfalls strengen Richtlinien zu folgen hat – angefangen beim biologischen Anbau von Heilpflanzen oder der entsprechenden Aufzucht von Tieren, bis hin zur Überprüfung der Produkte auf Verunreinigungen etwa mit Schwermetallen oder Pestiziden.




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