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Nach der Geburt sind viele Frauen depressiv

13.12.2018
Nach der Geburt sind viele Frauen depressiv Nach der Geburt sind viele Frauen depressiv Fotolia #18642703 © benik.at
Jede achte Frau ist im ersten Jahr nach der Geburt depressiv. Sehr junge und sozial schwache Mütter und solche mit Depressionen in der Vorgeschichte sind am stärksten betroffen. Das zeigte eine Untersuchung aus Großbritannien.

Rund jede achte Frau braucht nach der Geburt Antidepressiva. Bei den jungen Frauen im Alter von 15 bis 19 Jahren liegt der Prozentsatz noch deutlich höher. Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler aus London, die die Daten von rund 207.000 Frauen einer großen britischen Hausarztdatenbank (The Health Improvement Network) ausgewertet haben. Die Frauen waren alle in den Jahren zwischen 2000 und 2013 Mutter geworden. Elf Prozent der Frauen hatten im ersten Jahr nach der Entbindung eine postpartale Depression oder zeigten depressive Symptome. Bei zwölf Prozent kam es im ersten Jahr nach der Entbindung zur Verordnung von Antidepressiva (überwiegend Serotonin-Wiederaufnahmehemmer – SSRI). Drei Prozent aller Frauen erhielten eine Psychotherapie. Am häufigsten begann die Therapie mit Antidepressiva in der 6. bis 8. Woche nach der Entbindung. Auffällig war, dass 31 Prozent der Frauen in der Vorgeschichte bereits unter Depressionen oder depressiven Symptomen gelitten hatten. Diese Frauen litten nach der Geburt häufiger an Depressionen als Mütter ohne depressive Episoden in der Vorgeschichte.

Junge Mütter im Alter von 15 bis 19 Jahren waren doppelt so häufig von Depressionen heimgesucht wie Frauen im Alter von 30 bis 34 Jahren. Sie erhielten auch entsprechend doppelt so häufig Antidepressiva. Die Wissenschaftler konnten anhand der Daten, bei denen auch der Wohnort registriert war, einen Zusammenhang mit sozialen Schichten belegen. Frauen aus der untersten sozialen Schicht waren rund 50 Prozent stärker betroffen als Frauen in der obersten Schicht.

Depressionen werden früher erkannt

Die Wissenschaftler konnten im zeitlichen Verlauf feststellen, dass sich der Beginn der Therapie mit den Jahren nach vorne verschoben hat. Zum Ende der Untersuchungsperiode war der Anteil der Frauen, die acht Wochen nach der Geburt antidepressiv therapiert wurden, fast doppelt so hoch wie im Jahr 2000.

Quelle: Ärztezeitung online

Die Studie finden Sie im BMJ open.
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