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Eine homöopathische Therapie kann bei vielen Erkrankungen helfen, vor allem, wenn sie von ausgebildeten Homöopathen ausgeübt wird. Als Patient sollten Sie unbedingt die Grenzen einer Selbstbehandlung mit homöopathischen Arzneien berücksichtigen.

Eine zentrale Rolle spielen bei einer homöopathischen Behandlung die individuell ausgeprägten Symptome des einzelnen Patienten. Hat er z.B. Schmerzen? Welcher Art sind diese Schmerzen? Sind sie brennend oder stechend? Wann treten die Beschwerden auf? Was bessert sie? Was verschlechtert sie?

Eine homöopathische Behandlung beginnt deshalb damit, dass Ihr Therapeut Ihre Krankengeschichte (Erstanamnese) sehr ausführlich erfragt. Das gilt vor allen Dingen bei chronischen Krankheiten. Wundern Sie sich deshalb nicht, wenn Ihr Homöopath Ihnen viele Fragen stellt, z.B. nach dem Charakter Ihrer Schmerzen, dem Zeitpunkt der Beschwerden und nach Einflussfaktoren, die die Beschwerden bessern oder verschlechtern, nach Ihrer Gemütsverfassung oder Ihren Vorlieben und Abneigungen bei Nahrungsmitteln.  

Ausbildung und Erfahrung des Therapeuten sind wichtig

Der Homöopath verabreicht dem Patienten das Mittel, dessen Prüfungssymptome die größte Ähnlichkeit mit den Beschwerden des Patienten aufweisen. Das ist nicht immer einfach, weil häufig mehrere Arzneien zur Auswahl stehen, die über ähnliche Prüfungssymptome verfügen. So gibt es zum Beispiel nicht nur eine homöopathische Arznei, die bei Kopfschmerzen eingesetzt werden kann, sondern eine ganze Reihe. Meist geschieht die zeitintensive Ausarbeitung des passenden Mittels, nachdem Sie die Praxis wieder verlassen haben. Hier kommt der Ausbildung, dem Wissen und der Erfahrung des Therapeuten eine wichtige Rolle zu.

Homöopathie und konventionelle Medizin schließen sich nicht aus

Eine Kombination aus Schulmedizin und Homöopathie ist – anders als häufig angenommen – kein Widerspruch. Im Gegenteil: Da homöopathische und schulmedizinische Medikamente auf völlig anderen Ebenen wirken, ist es in den meisten Fällen möglich, beide Verfahren zu kombinieren bzw. als Begleit- oder Parallelbehandlung anzuwenden. Dies ist sinnvoll, wenn beispielsweise schulmedizinische Medikamente eingenommen werden, die vom Arzt nicht oder nicht sofort abgesetzt werden können. Auch manche Nebenwirkungen konventioneller, chemischer Arzneitherapien lassen sich homöopathisch behandeln.

Bei ihrer Anamnese berücksichtigen Homöopathen selbstverständlich auch die Ergebnisse der diagnostischen Hilfsmittel konventioneller Medizin wie Laborbefunde, Röntgen- und MRT-Bilder.

Selbstbehandlung

Viele Menschen behandeln sich selbst oder ihre Familienangehörigen homöopathisch. Das ist sogar relativ weit verbreitet. Hierbei stellt sich jedoch die Frage, wo die Grenzen einer solchen Selbstbehandlung liegen. Häufig wird angenommen, dass man mit homöopathischen Mitteln „nichts falsch machen kann“. Dem ist leider nicht so: Notwendige therapeutische Maßnahmen können durch erfolglose Selbstbehandlung verzögert werden. Bei längerer Einnahme ungeeigneter homöopathischer Mittel können sich unerwünschte Wirkungen beim Patienten einstellen. Trotzdem ist eine Selbstbehandlung als Erste-Hilfe-Maßnahme sowie bei einfachen und dem Patienten im Prinzip bereits bekannten Akutbeschwerden möglich. Gegenanzeigen sind starke Schmerzen, unklare Symptome, eine bereits laufende homöopathische Behandlung sowie häufig wiederkehrende Akutbeschwerden. Chronische Erkrankungen sollten auf keinen Fall selbst behandelt werden. Homöopathie gehört in diesen Fällen unbedingt in die Hände von qualifizierten Therapeuten.

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