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Freiheit und Eigenwirksamkeit unter einschränkenden Bedingungen. Was machen Impfpflichten mit uns und was bleibt uns dabei?

19.01.2022

Carl Classen

Alles spricht für freie und risikobezogene Impfentscheidungen, zumal keine der Covid-Vakzinen derzeit einen relevanten Drittschutz gewährleistet. Schon durch „2G“ liegen manche Nerven blank. Wenn aber Impfpflichten eingeführt werden, was bedeutet Freiheit dann für uns selbst sowie für unsere Patientinnen und Patienten? Wie bleiben wir, von Nachrichten überflutet und im Spannungsfeld innerer und äußerer Freiheit, bestmöglich „wirksam“? Ein Dilemma. Auch ich werde nicht für jeden zufriedenstellende Tipps geben können. Mein Ansatz ist, einen möglichst weiten Betrachtungsrahmen zu versuchen, so dass wir mit Weitblick und den für uns besten Entscheidungen durch diese besondere Zeit gehen.

Momentaufnahme

Wie schon berichtet, hat der Bundestag Mitte Dezember 2021 eine ab 15. März 2022 geltende Impfpflicht für alle Gesundheitsberufe inklusive Heilpraktiker beschlossen. Unabhängig davon und weiterhin entfalten die bekannten „2G“-Regelungen ihre sozial und kulturell überaus toxische Wirkung. Was die Bestrebungen für eine weltweite und flächendeckende Grundimmunisierung anbelangt, scheint „Omikron“ das Rennen, wenn auch nicht ohne Rumpeln, gerade auf natürlichem Wege zu gewinnen. Soweit die Kürzest-Fassung. Aber was bedeutet das für uns?

Nicht ohne Rumpeln. Während ich dies schreibe, höre ich von Bekannten in Berlin, wie Inzidenzen in einigen Stadtteilen in die Höhe schießen und oft kranke Menschen dort stundenlang in der Kälte vor den wenigen Testzentren mit kostenlosen PCR-Tests Schlange stehen. Gleichzeitige Erkrankungen sehr vieler Menschen in eher kurzen und spitzen Wellen können uns durchaus vor einige Herausforderungen stellen, auch bei überwiegend leichteren Verläufen. Solidarität und Nachbarschaftshilfe: Für Homöopathen eine Chance, sich auch da einzubringen, freilich ohne Beruf und nachbarschaftliche Hilfe zu vermischen. Die fast schon beschlossenen Pläne einer allgemeinen Impfpflicht scheint „Omikron“ gerade zu überholen. In Kenia ist die Welle schon durch und ohne die große Katastrophe1, auch im UK scheint man über den Gipfel drüber. Die fachliche Kontroverse flammt wieder neu auf, aber Lauterbach legt nach und die Schuldigen, falls Corona eben doch nicht mit Stumpf und Stiel auszurotten ist, stehen längst fest. Die Impfpflichten der Gesundheitsberufe zielen, da schon bei „Delta“ kaum ein Drittschutz erreicht wurde, allenfalls auf die reibungslose Funktionsfähigkeit der Systeme und werden bleiben. Kalt nimmt man dafür in Kauf, dass nicht konforme Pflegerinnen und Pfleger abspringen. Pflichtimpfungen gegen Varianten sind noch nicht beschlossen, könnten aber hinzukommen. Medizinische Kontraindikationen werden nur in äußerst engem Rahmen akzeptiert. Experten warnen aber vor zu häufigem Boostern2 und selbst die WHO empfiehlt, Impfpflichten nur als letztes Mittel sowie zeitlich begrenzt einzusetzen3.

Ein Weltgeschehen und das versäumte Geschenk der Freiheit

Seit März 2020 sprach ich in Blog-Beiträgen die Chancen an: Corona? Chancen ergreifen — raus aus der Angst — Gesundheit fördern!, benannte die Kraft des Frühlings ebenso wie Maskenspiele, thematisierte das Virus der Spaltung: Pandemie der verlorenen Zwischentöne, erinnerte an die Chancen des Unterbruchs der Getriebe: Was für eine Mittwinter-Zeit, thematisierte die Angriffe auf die uns tragende Kultur: Der Kultur- und Sozial-Lockdown, nannte gesundheitliche Alternativen und entfaltete eine Vision: Delta und die Macht des Sommers, fragte nach Sinn und Grenzen von Impfungen: Corona-Impfung: Freiheit unter Maximaldruck und beleuchtete die aktuell geltenden Regelungen „2G“ baut Mauern zwischen Menschen und ist Spinnweb gegen Omikron4.

Dieser letzte Beitrag endete mit dem Vorschlag, das Geschenk der Freiheit, wenn es unsere Institutionen schon nicht tun, uns zumindest gegenseitig zuzugestehen. An diesen Punkt möchte ich anschließen. Freiheit ist nicht denkbar ohne das autonome Individuum, beides bedingt einander. Erfahrungen der Ohnmacht und der Entmächtigung untergraben aber Autonomie und Freiheit. Die höchste Freiheit ist jene, die uns niemand mehr nehmen kann und es ist eine wichtige Ressource, sich darauf zu besinnen. Das freie Individuum aber will sich auch in dieser Welt entfalten. Zukunftsweisende Kultur entsteht überall dort, wo wir Räume freier Entfaltung schaffen und pflegen. Entmächtigung ist gewissermaßen die Gegenströmung und betrifft uns recht persönlich, wenn mit sozialem oder berufsrechtlichem Impfzwang nun auch über unseren Körper verfügt wird. Entmächtigung trifft uns aber auch, und lediglich auf andere Weise, wenn wir unser berufliches Wirken aufgeben, wenn wir der körperlichen Selbstbestimmung halber unseren sozialen Organismus beschneiden lassen. Tun wir jenen, denen Heilpraktiker und Homöopathen ohnehin ein Dorn im Auge sind, inklusive unseres Fachministers, damit den vielleicht größeren Gefallen und erledigen selbst, was durch Änderungen des Heilpraktikergesetzes so schnell gar nicht möglich wäre? Das Gesundheitswesen hätte sich ganzheitlich arbeitender Mitspieler und unbequemer Anders-Denker mit einem Schlage entledigt — wie schön doch für einige. Nein, damit gebe ich keinen Ratschlag „lass Dich doch impfen“! Ich verweise nur auf die ganze Bandbreite des Dilemmas inklusive der gesellschaftlichen Folgen, die bei vorauseilendem Gehorsam freilich ebenso problematisch wären. Die gesellschaftlich nicht ergriffene Aufgabe lautet weiterhin: Entscheide selbst. Das „Wie“ der Entscheidung, genauer gesagt der Freiheitsgrad und damit Meta-Kompetenzen interessieren mich nochmals mehr als das „Was“, als das „Wofür und Wogegen“. Für manche Kolleginnen und Kollegen ist Impfung kein größeres Problem. Für andere ist homöopathische Begleitung die Lösung. Wiederum andere sagen: nein, eure Zwangsbeglückungen sind übergriffig, ich bin unverfügbar, und sind bereit, die Folgen auf sich zu nehmen. Ich glaube, es ist mehr diese Verfügung über den eigenen Körper als das Recht auf eine in vieler Hinsicht illusionäre Unverletzlichkeit, die viele Menschen wütend macht. Nochmals andere sehen die Sinnerfüllung oder auch die finanzielle Absicherung durch ihre Arbeit wichtiger als vorwiegend persönliche Belange und sind daher zu Kompromissen bereit. Ich selbst stelle mir vor allem die Frage „wie bin ich am wirksamsten“. Jede Position, die nach bestem Vermögen reflektiert ist, hat ihre Bedeutung und Berechtigung. Hier kann ich nur versuchen, die Sichtweisen zu erweitern, damit ein nicht direkt lösbares Dilemma, in dem wir womöglich nur die Wahl haben, um was wir trauern werden müssen, nicht ganz zur emotionalen Falle wird.

Freiheitsgrade und Eigenwirksamkeit — das große „Wie“

In Beratungsgesprächen erlebe ich häufig sehr unterschiedliche Empfindungen und die Schwierigkeiten, zwischen verschiedenen Ebenen zu trennen. Das persönliche Abwägen der gesundheitlichen Vor- und Nachteile einer Impfung wird überlagert durch den sehr nachvollziehbaren Widerwillen gegen einen mit sozialen und ggf. berufsrechtlichen Strafen aufgenötigten Akt. Der Versuch, solche Ebenen zu unterscheiden und alle Aspekte miteinander anzuschauen, kann einer relativ freien Entscheidung näherbringen. Ich sage: relativ frei. Denn Freiheit im absoluten Sinne wäre – mein Verständnis kann sich da nur annähern – höchste Erkenntnis, Freiheit von Illusionen und vollkommene Übereinstimmung mit Seins-Grund und Welt in Empfindung, Wort und Tat, ungeachtet äußerer Einschränkungen. Einfacher in den Worten des bulgarischen Lehrers Beinsa Dunov: gib Gott [oder: dem höchsten Bewusstsein] völlige Freiheit in Dir. Wer kann das so von sich sagen? Ich bin daher kein Richter über den Freiheitsgrad gesundheitlicher Entscheidungen. Ich beurteile die Freiheit nicht an der Entscheidung selbst. Ich bin nicht mehr als ein Begleiter und im sokratischen Sinne vielleicht auch Geburtshelfer.

Die Bedeutung des „Was“ von Entscheidungen rede ich nicht klein. Glücklicherweise habe ich lange vor Corona gelernt, medizinische Studien kritisch zu lesen und informiere mich immer wieder aus erster Hand. Die Diskussionen sind mir bekannt. Ich bin entsetzt über Selektivität und Framing der einen wie der anderen „Seite“: wenn das insofern überhaupt verschiedene Seiten sind.

Das „Wie“ gesundheitlicher (und anderer) Entscheidungen begegnet mir gerade daher als entscheidender Schlüssel zum „Was“. Auch mit dem Recht, zu irren, Fehlentscheidungen zu treffen und zu lernen. Das „Wie“ betrifft Meta-Kompetenzen, berührt unsere Autonomie als freie Individuen, kennzeichnet den Kern unserer Würde und Eigenwirksamkeit. Freiheit bedeutet auch Bewusstheit, was gerne mit Informationsfülle verwechselt wird, wenn im EU-Deutsch etwa von der „informierten Entscheidung“ gesprochen wird. Die Menge verfügbarer und widersprechender Informationen sowie deren qualitative Sichtung wird regelmäßig als Überforderung erlebt, wirkt in der Tiefe entmächtigend. Jeder, und auch „Studierte“, schlagen sich dann erstmal auf die Seite, die mit eigenen Mustern und Glaubenssätzen kongruent und daher sympathisch erscheint. Eine Grundübung zur Freiheit, zunächst eher zu eigenen Anwendung und nicht für jede Patientenberatung, wäre immerhin, sehr verschiedene und auch gegenteilige Positionen klar, vollständig und gründlich mitzudenken. Dann aber von allem, auch von eigenen Glaubenssätzen Abstand zu nehmen und nochmal neu zu schauen: was betrifft mich wie, was hat welche Resonanzen in mir, auch in meinem Atem und meinem Körperempfinden, wie sortiere ich mich nun ein, was bestätigt und was differenziert sich — wo bin „ich“.

Spezifische Stärkung der Eigenwirksamkeit (die so gerne mit Placebo verwechselt wird) ist ein Grundprinzip jeder homöopathischen Behandlung. Dem möchte ich auch in der Patientenberatung entsprechen, eben daher setze ich auf das „Wie“. Eigenwirksamkeit liegt, wie das Wort schon sagt, in uns selbst, ist für sich bereits gesundheitsfördernd und im Kern unabhängig davon, was das politische System gerade tut, das sich Menschenwürde immerhin ins Gesetz geschrieben hat. Hier finden wir das Wertvollste des Menschseins.

Einschätzung des gesundheitlichen Nutzens

Wenn ich versuche, alle Überlagerungen der Impf-Diskussion durch Big Money und Politik, durch selektives Fakten-Framing der einen wie auch der anderen Seite und durch falsche Versprechungen einer Gemeinschaftsimmunität herauszunehmen, etwa so, wie eine Bildbearbeitungs-Software verschiedene Ebenen separieren kann, wenn ich eigene Prämissen gelegentlich überprüfe und meinen Ärger beiseite stelle, und wenn ich dann anwende, was ich zum kritischen Lesen von Original-Studien sowie auch zur phänomenologischen Betrachtung gelernt habe, dann verbleibt mir, völlig ohne Anspruch auf letzte Wahrheiten, folgendes Bild:

Wer deutlichen Risikofaktoren unterliegt, inklusive Alter, wird auch bei der derzeitigen Prävalenz von Omikron von einer Impfung um einiges wahrscheinlicher profitieren als einen Schaden erleiden5. Ein Eigenschutz gegen schwere Verläufe ist da. Schutz kann, darf und muss aber auch anders aussehen. Schutz und aktive Prävention sind auf verschiedenen Ebenen möglich6, aber nur eine Minderheit der Menschen ist in der Lage und bereit dazu. Daher sehe ich Impfungen als eine — in ihrer Bedeutung gerade symbolhaft überhöhte — Brückentechnologie. Etwas, das wir derzeit zu brauchen scheinen, aber sicher nicht für den Rest der Menschheitsgeschichte. Im Gegenteil: wenn wir noch einige Generationen so weiter machen und gegen eine immer größere Anzahl von Krankheiten impfen, ohne nach deren Hintergrund und Bedeutung zu fragen, sind gesundheitliche und gesellschaftliche Rückschläge vorprogrammiert. Gleich, ob wir das unter Aspekten des Menschheits-Karmas oder rein immunologisch7 betrachten.

Abgesehen von der homöopathischen Analyse, deren Stärke ist, auch ohne Interpretationen des Geschehens arbeiten zu können, bleibt der Bezug der SARS-Viren zu Atemwegen und Blutgefäßen interessant. Was bedeutet unser Atem, was bedeutet unser Blutkreislauf, und welche menschheitlichen Rückwirkungen bringen die kollektiven Prägungen unseres Denkens und Nicht-Denkens, unseres Fühlens und Nicht-Fühlens über die Jahrhunderte auf diese Organe und Funktionen. Auf lange Sicht werden auch solche Fragen bearbeitet werden müssen.

Ja, es gibt Impfschäden samt hoher Dunkelziffer. Ja, es gibt Long Covid und es sterben nicht nur Hochbetagte. Ich rede nichts klein. Wohl wissend, dass es keine letzte Sicherheit gibt, fürchte ich weder Impfung noch Corona. Fürchten machen mich eher schon die gesellschaftlichen Entwicklungen, die durch die Seuche beschleunigt zutage treten. Die Spaltungen der Gesellschaft, auch in arm und reich, das postmoderne Framing selektierter Fakten, die Präsentation richtiger Zahlen mit irreführendem Kontext auf allen Seiten der Debatte, überhaupt das Wesen der Manipulation, die tiefgreifende Lebens- und Selbst-Entfremdung, der wieder neu propagierte Wahn einer technologischen Lösbarkeit aller Probleme, die transhumanistische Vision des Neuen Menschen als Cyborg, die fortwährenden Angriffe gegen Geist und Leben einem umfassenderen Sinne, die Ausbeutung und Vergewaltigung der uns tragenden Erde.

Ein neues, oder einfach nur vollständigeres Mensch-Sein aber beginnt, in aller Bescheidenheit, mit einem vertieften und gottinnigen Bewusstsein. Uns bleibt zu stärken, was uns tatsächlich wichtig ist, dies zu leben und wenigstens im eigenen Umfeld wirksam zu bleiben.

Eigenwirksamkeit und falsche Monstranzen

Wie bin ich am wirksamsten? Gegen die eigene Überzeugung zu handeln ist eine Schwächung. Ganz klar. Aber wer sagt mir, dass ich aus einer medizinischen Frage eine Überzeugungs-Angelegenheit machen muss? Meine Überzeugung ist, dass Impfungen nicht an und für sich gut oder schlecht sind – das wäre im Einzelfall zu erwägen – sondern, wie schon gesagt, eine Brücken-Technologie sind, die die Menschheit einst nicht mehr brauchen wird. Ja, ich strebe nach einem anderen Gesundheitswesen. Aber das heißt nicht, irgendwas zu verurteilen. Impfungen, umso mehr solche, die fast keinen Drittschutz und Gemeinschaftsschutz gewährleisten, müssen individuelle Entscheidungen bleiben. Frei von Sozialstrafen wie „2G“. Dafür werde ich mich einsetzen: der Freiheit halber und nicht, um einen negativen oder positiven Impfstatus zur Monstranz, zum Kultus oder zum politischen Statement zu erheben. Das ist es eben nicht, sondern eine rein persönliche Sache. — Zunächst machten ja unsere Institutionen aus den Impfungen eine Monstranz, verbanden sie mit überzeichneten Erwartungen und forderten einen quasireligiösen Ritus der Solidarität der Gemeinschaft der Vernünftigen, der bei strikter Befolgung von den meisten Testpflichten und wahrscheinlich überhaupt erlösen und wundersamerweise das Ende der Pandemie erwirken sollte. Der Individualschutz bei vorliegenden Risikofaktoren ist relativ gut, entlastet Kliniken und vermindert manches Leid. Das ist viel. Aber die Pandemie selbst kommt zwischenzeitlich, mit einem letzten Aufflackern, auf andere Weise zum vorläufigen Erliegen.

Bemerkenswert finde ich, dass die Industrie, obwohl das mit mRNA-Impfstoffen technisch relativ rasch machbar ist, im Sommer/Herbst 2021 keine auf Delta spezifizierten Impfstoffe auf den Markt brachte. Für den Eigenschutz war das nicht zwingend notwendig. Doch der Drittschutz hätte damit, wenn man schon auf Impfungen setzt, auf ein akzeptables Niveau, wie beim Wuhan-Virus, gebracht werden können. Ich meine: Von der Industrie können wir nicht verlangen, dass sie maßgebliches Interesse hat, zum rascheren Ende der Pandemie als ihrer Geschäftsgrundlage beizutragen. Das ist weder Verschwörung noch Theorie, sondern Big Business. Die WHO hätte Druck ausüben müssen. Für Omikron stellt man nun um. Gut für einen vorläufigen Individualschutz vulnerabler Gruppen, nicht für große Kampagnen.

Der falsche Hirsch und die Gesundheit der Ur-Ur-Enkel

Menschen, die nach naturnäheren Lebensweisen streben, die ein spirituelles Weltbild haben oder sich gar für Homöopathie und Komplementärmedizin interessieren, ließ man lange als harmlose Spinner gewähren. Man ließ uns lächelnd unbeachtet. Das hat sich geändert. Es bleibt ja nicht bei Hirschsausens küchenpsychologischen Entertainment-Stunden zu Esoterik und Homöopathie, die oberflächliches Interesse abschöpfen und Flachdenkern hintergründig erscheinen. Die Impfdebatte ist bestimmten Kräften — und damit meine ich nicht die einzelnen Politiker — ein willkommener Anlass, gerade jene Teile der Gesellschaft, von denen einige wichtige Impulse der Erneuerung ausgehen, als Gefahr darzustellen und mittels spaltender Regelungen ins Abseits zu stellen. Mithilfe derer, die berechtigte Kritik an der Impfpolitik für ihre eigene und ganz andere politische Agenda missbrauchen, könnte das gar gelingen. Ein Freund sagte einst: Bevor ihr etwas bemerkt habt, euer Widerstand ist längst eingeplant. Nicht als Entmutigung war das gemeint, sondern als Anstoß, bei uns selbst zu bleiben — hier nenne ich es Eigenwirksamkeit — und ein, zwei Ebenen dahinter zu schauen. Die Zukunft braucht uns. Ich möchte unseren Ur-Ur-Enkeln, wäre es möglich, in die Augen schauen können. Das ist der Maßstab. Die Eigenwirksamkeit will sich dann auch gemeinschaftlich entfalten, aber das wären weitere Beiträge. Bis dahin: lassen wir uns nicht spalten und von niemandem instrumentalisieren!


SPIEGEL Ausland, 12.01.22: „Omikron in Kenia – Alle hatten plötzlich »die Grippe«“ https://www.spiegel.de/ausland/omikron-variante-in-kenia-die-katastrophe-blieb-aus-a-ee02db9d-e98d-4301-8067-03d4b3391e1f
ZDF, 13.01.22: „EMA warnt vor zu häufigem Boostern“ https://www.zdf.de/nachrichten/politik/corona-booster-impfungen-warnung-ema-100.html
https://newsfounded.com/italyeng/vaccination-obligations-who-we-consider-it-a-last-resort/
https://www.arscurandi.de/category/corona/
5 Bedeutet ebenso: bei gesunden, jungen Menschen ohne Risikofaktoren überwiegt nach meiner Einschätzung die Schadenswahrscheinlichkeit den Nutzen. Das RKI geht von einer schweren Nebenwirkung auf 5.000 Impfungen aus, profilierte Maßnahmen-Kritiker wie Prof. Harald Walach (dem ich nicht in allem folge) meinen, dass auf drei durch Impfung verhinderte Todesfälle ein Impftoter kommt. Ganz praktisch sehe ich, dass schwere Nebenwirkungen auftreten und nicht gemeldet werden. Glaubhafte und valide Statistiken scheinen nicht verfügbar. Unter’m Strich dennoch mein Fazit, dass Menschen mit Risikofaktoren größere Wahrscheinlichkeit haben, zu profitieren als zu Schaden zu kommen.
6 Hinweise dazu gab ich in mehreren Blog-Beiträgen, u.a. „Delta und die Macht des Sommers“ https://www.arscurandi.de/corona-delta-und-die-macht-des-sommers/
7 https://www.zdf.de/nachrichten/politik/corona-booster-impfungen-warnung-ema-100.html

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