Mitglieder-Login

Mitglieder-Login

Bitte warten, Berechtigungsprüfung ...
×
Montag, 22 Juni 2026 20:31

ANME – Ein Vierteljahrhundert für Europa!

Feiern zum 25jährigen Bestehen einer Organisation sind traditionell ein Anlass, auf diese Zeit zurück zu schauen. Meist sind nicht mehr die gleichen Menschen in den Führungspositionen, es hat Erfolge und Erfahrungen gegeben, Anpassungen an sich verändernde Rahmenbedingungen, Frustration und Euphorie. 

Wenn nach dieser Zeit noch der gleiche Geist und die gleiche Begeisterung bei den derzeit Aktiven zu finden ist, darf man das als Erfolg bezeichnen.

So ist dies bei der Association for Natural Medicine in Europe, kurz ANME, tatsächlich.

Wir trafen uns, aus oben beschriebenem Anlass, am 5. Juni 2026 in Egmond aan Zee in den Niederlanden, um dieses Ereignis zu feiern. Die Begrüßung an der niederländischen Küste war stürmisch – Windstärke 8.
Einige der Vorstands- und Vereinsmitglieder, darunter auch ich, waren schon am Vorabend angereist, da Egmond mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht so ohne Weiteres zu erreichen ist. Im hoteleigenen Restaurant fanden wir uns im Laufe des Abends, nach und nach, zu einem ersten Wiedersehen und Austausch ein. Diese in den letzten Jahren selten gewordenen persönlichen Begegnungen sind immer wieder wie eine kleine Vitaminspritze.
Pünktlich um 9:30 Uhr startete am darauffolgenden Tag die 26. Mitgliederversammlung mit den vereinsrechtlichen Pflichtpunkten der Eröffnung. Monika Gerhardus, ein Gründungsmitglied und die erste Vorsitzende in der Vereinsgeschichte, hatte anschließend das Wort. Sie berichtete von den Schwierigkeiten der ersten Jahre, als Europa von vielen Heilpraktiker-Verbänden noch gar nicht wahrgenommen wurde. Monika war sichtlich stolz darauf, dass es die ANME nach 25 Jahren immer noch gibt und sie nach wie vor sehr aktiv ist. Ergänzt wurden ihre Ausführungen von Nora Laubstein, ihrer Nachfolgerin und aktuellen Vorsitzenden. Wie von Nora zu hören war, hat sie für die kommenden Jahre noch große Pläne mit der ANME.

Im Anschluss hielt Dr. Uwe Peters einen sehr interessanten Vortrag mit dem Titel, „Naturbasierte Gesundheitsförderung – Hippocrates-Longevity-Epigenetic.“ Dabei schlug er, wie der Titel schon vermuten lässt, einen weiten Bogen von bereits in der Antike beobachteten, gesundheitsfördernden Maßnahmen, bis hin zur Epigenetik der heutigen Zeit. Das Ergebnis seines Vortags könnte man so formulieren: Vieles ist nicht so eindeutig wie es scheint, sondern hängt von einer ganzen Reihe von Kontextfaktoren ab. Die Natur ist eben nicht eindimensional.

Ein Dauerbrenner-Thema bei der ANME ist die CAM (Complementary and Alternative Medicine) als Immaterielles Kulturerbe. Dr. Michaela Noseck-Licul aus Österreich ist damit schon viele Jahre beschäftigt. In ihrem Vortrag hielt sie Rückschau und beschrieb, wie sie voller Euphorie, und auch etwas naiv, an dieses Thema herangegangen war. Sie zeigte die Schwierigkeiten auf, mit der es ihr in einigen Fällen gelang, dass Methoden als Immaterielles Kulturerbe anerkannt wurden. Das Kneippen ist beispielsweise in Österreich als Solches anerkannt. Sie hält es aber durchaus für machbar, dass noch mehr Methoden im Laufe der Zeit hinzukommen können. Es erfordert allerdings einen großen Zeitaufwand und auch finanziellen Einsatz, um diese Anerkennung zu bekommen.

Danach kam das Highlight für uns Homöopathinnen und Homöopathen – die Verleihung des ANME-Förderpreises an die SQhT! Die ANME vergibt alle zwei Jahre einen mit 1000€ dotierten Förderpreis an eine Persönlichkeit, ein Projekt oder eine wissenschaftliche Arbeit. Die SQhT erhielt den Preis für ihre Leistung in der Aus- und Weiterbildung, und für das von ihr entwickelte Qualitätskonzept.

Ich durfte zu diesem Anlass die Laudatio halten und Marion Kampmann hatte anschließend die Gelegenheit, die SQhT samt ihrer Geschichte und Vision vorzustellen. Ein besonderer Erfolg in diesen für die Homöopathie so herausfordernden Zeiten.

Nach der verdienten Kaffeepause fanden noch Diskussionsgruppen zu Themen wie „Alternative Studiendesigns und Anwendung von KI in der Traditionellen Medizin“, oder „Die WHO-Delhi-Deklaration – und was kommt jetzt“ statt. Die Ergebnisse wurden im Plenum zusammengetragen. Sie bilden eine Grundlage für die zukünftige Arbeit der ANME, da sie auch Einfluss auf die Entwicklungen in Europa haben.

Gegen 18:00 Uhr beendete eine zufriedene, aber auch erschöpfte Nora Laubstein die Versammlung. Nicht nur Nora, sondern alle, die teilgenommen hatten, zeigten sich in der Abschlussrunde sehr zufrieden über den Tag und betonten, weiterhin gerne in der ANME aktiv zu sein.

Teilen auf FacebookTeilen auf Twitter