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Übergewicht erhöht Überlebenschancen bei KHK und senkt das Demenzrisiko.

17.11.2015
Übergewicht erhöht Überlebenschancen bei KHK und senkt das Demenzrisiko. Übergewicht erhöht Überlebenschancen bei KHK und senkt das Demenzrisiko. Fotolia 82725925 © Gina Sanders

Offensichtlich ist es nicht immer von Nachteil, etwas übergewichtig zu sein. Zumindest geben aktuelle Studien erste Hinweise darauf, dass z.B. adipöse Patienten (BMI über 35 kg/m²) mit chronischer Herzinsuffizienz eine geringere Mortalität aufweisen als solche mit einem BMI 25kg/m² und niedriger. Eine andere Studie wies kürzlich sogar auf ein mit steigendem BMI im mittleren Alter reduziertes Demenzrisiko hin. Müssen Empfehlung zum Abnehmen für bestimmte Patientengruppen überdacht werden?

Auf dem diesjährigen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie wurde diese Fragestellung diskutiert. Unbestritten ist, dass Übergewicht und Adipositas zu den am besten untersuchten Risikofaktoren für viele Erkrankungen zählen. Dies scheint aber in dieser Bestimmtheit vor allem bei gesunden und jüngeren Menschen zuzutreffen. Es mehren sich die Anzeichen, dass dies bei Erkrankten und im Alter anders liegt. Müssen demnach Empfehlung zum Abnehmen für bestimmte Patientengruppen neu definiert werden? 

Der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als normal definierte Body-Mass-Index (BMI) von 18 bis 25 kg/m² basiert auf amerikanischen Daten aus den 30er bis 50er Jahren des letzten Jahrhunderts. Jüngere Auswertungen von Daten zu BMI und Mortalität in den USA deuten darauf hin, dass dieser Normbereich gar nicht optimal ist: Bei 50- bis 71-Jährigen liegt demnach die niedrigste Mortalität bei Frauen um die 25 kg/m², bei Männern noch etwas höher. Bei beiden Geschlechtern ist die Mortalität bei einem BMI unter 23 ebenso wie bei einem höheren BMI schon wieder erhöht. Verliert also der BMI im Alter seine Bedeutung als Risikofaktor? 

Adipositas und Demenz

Eine britische Studie zeigte einen Zusammenhang zwischen steigendem BMI im mittleren Alter und einem reduzierten Demenzrisiko. Das Demenzrisiko bei Untergewicht war um 34% erhöht gegenüber einem BMI im Normbereich. In den höheren BMI-Regionen nahm das Demenzrisiko konstant ab.

Bei bestehender Erkrankung: Umgedrehte Verhältnisse

Die Bedeutung des erhöhten BMI als Mortalitäts-Risikofaktor kehrt sich bei bestehenden Erkrankungen um. Ein BMI im Normalbereich bedeutet ein erhöhtes Sterberisiko. So haben Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz und einem BMI über 35 kg/m² eine geringere Mortalität als Patienten mit einem BMI von 25 kg/m² und niedriger. Auch bei akuter Herzinsuffizienz waren die Übergewichtigen mit einem BMI von über 30 kg/m² im Vorteil. Ihr Risiko lag deutlich unter dem der Normalgewichtigen. Adipositas senkte das relative Sterberisiko um 43%. Daten aus Dänemark belegen, dass Ähnliches auch für das Überleben nach Schlaganfall gilt. 

Angesichts dieser Erkenntnisse sollte der Hinweis bei Erkrankten und Älteren zur angestrebten Gewichtsreduktion unterbleiben. Stattdessen sollten mehr körperliche Aktivität und eine gesunde Ernährung empfohlen werden. 

Weitere Informationen finden Sie hier
Quelle: springermedizin.de

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