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Homöopathie hilft, Einsatz von Antibiotika in der Milchviehhaltung zu reduzieren

16.05.2017
Homöopathie hilft, Einsatz von Antibiotika in der Milchviehhaltung zu reduzieren Homöopathie hilft, Einsatz von Antibiotika in der Milchviehhaltung zu reduzieren Fotolia #72114421 © Countrypixel

Antibiotikaresistenzen stellen eine zunehmende Gefahr dar für Mensch und Tier. Verursacht werden sie durch den unkritischen Einsatz von Antibiotika sowohl in der Human- als auch in der Tiermedizin. Forderungen, den Einsatz von Antibiotika in der Viehzucht zu reduzieren, werden nur langsam umgesetzt. Eine, die diesen Weg schon seit langem beschreitet, ist die Tierhomöopathin Birgit Gnadl. Lesen Sie hier das Interview, das Birgit Weyel mit ihr geführt hat.

Die Nutztierhomöopathin Birgit Gnadl und ihre Familie bewirtschaften einen Milchviehbetrieb mit 40 Kühen im Chiemgau. Dort setzt die Tierheilpraktikerin statt Antibiotika nur noch homöopathische Arzneimittel ein.

Ihre Erfahrungen mit der Homöopathie im Stall gibt Gnadl auch an andere weiter. Seit mehr als 20 Jahren hält sie mit ihrer Kollegin Angela Lamminger-Reith Seminare für „Klassische Homöopathie im Milchviehbetrieb“. Die Teilnehmer sind Landwirte, Studenten und Tierärzte. Besonders häufig nehmen Molkereien die ganzheitliche Nutztiergesundheit für ihre Milchlieferanten in ihr Seminarprogramm auf. Aber auch Institutionen wie Landwirtschaftskammern, Hochschulen, Besamungsstationen, Tiergesundheitsdienste und andere Institutionen bieten als Veranstalter Seminare mit den beiden Nutztierhomöopathinnen an.

Im folgenden Interview gibt Birgit Gnadl Auskunft über die Vorteile einer homöopathischen Behandlung von Milchvieh, die sich nicht allein auf einen reduzierten Einsatz von Antibiotika beschränken.

Wie viel Antibiotika können Betriebe Ihrer Erfahrung nach einsparen, wenn sie auf Homöopathie umsteigen?

Wir hatten in den letzten 20 Jahren über 20.000 Seminarteilnehmer in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die meisten Betriebe sparen spätestens vier bis fünf Jahre nach der Umstellung durchschnittlich ca. 80% Antibiotika ein.

Wie kommen Sie zu diesen Zahlen? 

Diese Zahlen stammen teilweise aus eigenen Erhebungen und aus Evaluierungen der Landwirtschaftsämter, aber hauptsächlich aus Evaluierungen der Molkereien Berchtesgadener Land und ZOTT.

Wie viele Landwirte wenden die Homöopathie schätzungsweise an? 

In Deutschland gibt es derzeit noch etwa 70.000 Milchviehbetriebe. Aufgrund der Anzahl unserer bisherigen Seminarteilnehmer gehen wir davon aus, dass etwa 30% aller Milchviehbetriebe klassisch homöopathisch arbeiten. Dazu kommt natürlich noch die sogenannte „Dunkelziffer“. Es gibt nämlich auch viele Betriebe, die sich das Wissen selbst angeeignet haben, oder homöopathisch arbeitende Tierärzte vor Ort haben. Immer mehr junge Tierärzte schwören nämlich auf die Homöopathie. 

Was bedeutet es für Mensch und Umwelt, wenn das Milchvieh weniger mit Antibiotika behandelt wird? 

Antibiotika werden vom Rind über Kot und Urin ausgeschieden. Über die Gülle gelangen sie auf Wiesen und Felder. Man geht davon aus, dass sie teilweise abgebaut werden, aber in welchem Maße, das ist nicht bekannt. Fakt ist, dass Antibiotika immer wieder im Grundwasser gefunden werden. Und bereits 2008 gab es Berichte, wonach Antibiotika auch im Getreide nachgewiesen wurden.

Wenn in Zukunft immer weniger Antibiotika eingesetzt werden, dann wird sich unser Boden und unser Grundwasser sicherlich schnell wieder regenerieren können. Wir hoffen, dass sich dies auch auf lange Sicht positiv und regenerativ auf die Antibiotika-Resistenzen beim Menschen auswirken kann.

Gülle ist natürlich weniger problematisch für Wiesen und Felder, wenn sie weniger Antibiotika und stattdessen viele gute Bakterien enthält, die sonst durch die Antibiotika zerstört würden. Diese „gut verottete Gülle“ ist für den Landwirt und den ökologischen Kreislauf sehr wichtig und sinnvoll: Die Bodengesundheit steigt und die Regenwürmer vermehren sich. Der Regenwurm liebt den Mist, und er ist das einzige Tier auf der Erde, das Humus produzieren kann. Außerdem profitieren auch Bienen und andere Insekten von der besseren Bodengesundheit.

Wie hat sich in den letzten 20 Jahren die Stallgesundheit insgesamt bei den Homöopathie anwendenden Bauern verändert? 

Ein wirklich großer Vorteil der Homöopathie-Schulungen ist, dass der Landwirt wieder das Bewusstsein für seine Kreisläufe entwickelt - vor allem dann, wenn er merkt, dass sein Bestand mit den Jahren immer gesünder wird, je weniger Antibiotika er einsetzt. Das geht bis zum bewussten Totalverzicht. 

Man darf das Wissen dieser Landwirte keinesfalls unterschätzen: Landwirte haben täglich mehrere Patienten im Stall, oft mehr als ein Human-Homöopath. Teilweise schwere Krankheitsfälle, Schwergeburten, Austherapierte, Intensiv-Patienten, Sepsis, Allergien, Viruserkrankungen - ständig zwischen Leben und Tod. Viele Antibiotika wirken heute gar nicht mehr – und diese Landwirte schaffen es mit Homöopathie!

Bauern oder Bäuerinnen, die Homöopathie umsichtig und sinnvoll einzusetzen gelernt haben, sind einfach stolz und glücklich. Sie können das richtig gut, sind sehr gute Therapeuten und meist sehr erdverbunden. 

Die im Außendienst tätigen Amtsveterinäre stellen auf diesen ganzheitlich arbeitenden Betrieben immer wieder eine sehr gute Tiergesundheit fest. 

Aber nicht nur die Tiere danken es, sondern auch die Verbraucher. Intensive Marktforschungen der Molkereien haben ergeben, dass die Verbraucher es schätzen, wenn Kühe „Globuli“ bekommen.

Haben Landwirte auch einen finanziellen Vorteil durch den Einsatz von Homöopathie? 

Im Durchschnitt verursacht eine deutsche Kuh im Jahr etwa 70 Euro Tierarztkosten. Bei den Kälbern sind es etwa 35 Euro. Das sind dann bei einem deutschen Durchschnittsbetrieb mit 55 Kühen und der Nachzucht etwa 5.500 Euro Tierarztkosten jährlich. Zusätzlich schlägt noch der Verlust der behandelten Milch zu Buche. Denn wurde eine Kuh mit Antibiotika behandelt, muss die Milch mindestens eine Woche lang entsorgt werden. Der Verlust durch die Antibiotika-Milch liegt hier im Durchschnitt pro Betrieb bei etwa 2.000 Euro. 

Homöopathisch arbeitende Betriebe haben dagegen im Durchschnitt nach 4–5 Jahren nur noch ca. 1.500 Euro Tierarztkosten. Die meisten stellen zusätzlich eine wesentlich bessere Kälbergesundheit fest, haben also kaum noch Kälberverluste. Diese betragen bei konventionell behandelten Herden ca. 7%. Das heißt, die homöopathisch arbeitenden Landwirte sparen nicht nur einen großen Teil ihrer Tierarztkosten, sie haben durch den geringeren Kälberverlust auch noch einen zusätzlichen Gewinn.

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