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Yoga-Atemübungen helfen COPD-Patienten zu besserer Atmung

21.11.2017
Yoga-Atemübungen helfen COPD-Patienten zu besserer Atmung Yoga-Atemübungen helfen COPD-Patienten zu besserer Atmung Fotolia #142784545 © fizkes

Wissenschaftler konnten in einer Studie zeigen, dass Yoga-Atemübungen (Pranayama) die Belastungstoleranz von Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung bei sportlicher Betätigung positiv beeinflussen. Dazu musste die Unterrichtung der Übungen nicht einmal durch einen professionell ausgebildeten Yogalehrer erfolgen.

COPD-Patienten wird regelmäßige körperliche Aktivität zur Verbesserung der Atemfunktion empfohlen. Eine pulmonale Rehabilitation verbessert nachweislich die körperliche Belastbarkeit von Patienten mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD). Allerdings haben viele Patienten keinen Zugang zu den Rehabilitations-Programmen. Daher wollte ein Forscherteam nun wissen, ob Atemübungen aus dem Yoga, sogenannte Pranayamas, eine ähnlich wirksame Alternative zu rehabilitativen Trainingsprogrammen bei COPD sein könnten. Diese hätten den Vorteil, dass Betroffene die Übungen unabhängig zu Hause ausführen könnten. Die Forscher gingen auch der Frage nach, ob nicht professional ausgebildete Yogalehrer die Atemübungen adäquat vermitteln können.

Im Vorfeld der Studie hatten zwei Yoga-Lehrer die Studien-Koordinatoren darin geschult, Yoga-Atemübungen zu unterrichten. Die Yoga-Fachleute überwachten zudem während der Studie die Qualität des Unterrichts und die Durchführung der Übungen durch die Probanden.

Aufklärung mit und ohne Atemübungen

Im Rahmen der kontrollierten randomisierten Doppelblindstudie wurden 43 Patienten mit moderater bis schwerer COPD in zwei Gruppen aufgeteilt. Alle Teilnehmer wurden zu Studienbeginn und dann noch zweimal wöchentlich in den darauf folgenden vierzehn Tagen über den Umgang mit ihrer Erkrankung allgemein aufgeklärt. Damit war das Programm für die eine Gruppe beendet. Die zweite Gruppe wurde ein halbe Stunde in der Durchführung von Atemübungen aus dem Yoga geschult. Geübt wurden solche Atemübungen, die leicht zu praktizieren sind und zudem zu einer besonders tiefen Atmung und somit gesteigerten Lungenentleerung zwischen den Atemzügen führen. Diese sollten die Probanden der zweiten Gruppe in den kommenden zwölf Wochen täglich für je eine halbe Stunde zu Hause durchführen. Als weitere Unterstützung erhielten die Probanden der zweiten Gruppe zudem eine DVD mit Anweisungen zu den Übungen. Nach sechs Wochen erhielten alle Probanden noch einmal eine Aufklärungsstunde, die zweite Gruppe wurde noch einmal in der Pranayama-Atmung unterrichtet.

Verbesserte Symptomatik durch Yoga-Übungen

Bei Studienende nach zwölf Wochen wurden dann die COPD-spezifischen Werte wie Wasserstoffperoxid (H2O2) im Atemkondensat sowie das Hormon 8-Isoprostan (beides Marker für einen vermehrten oxidativen Stress) sowie andere Entzündungsmarker, die Atemnot und der Strömungswiderstand der Atemwege gemessen. Die Probanden machten während der Studie per Fragebögen Angaben zu ihrem krankheitsspezifischen Befinden, dem Pranayama-Training sowie ihrer sportlichen Betätigung. Es zeigte sich, dass die Teilnehmer der Trainingsgruppe durchschnittlich nur 12 Minuten pro Tag die Übungen praktizierten. Trotzdem war nach Studienende die COPD-Symptomatik in dieser Gruppe signifikant besser als in der anderen Gruppe. Die objektiven Messungen ergaben signifikante Verbesserungen der H2O2- und 8-Isoprostan-Werte in der Therapiegruppe, jedoch waren keine Unterschiede hinsichtlich entzündungsspezifischer Marker (C-reaktives Protein, RDW-CV und Interleukin-6) festzustellen.

Die Studienautoren kamen zudem zu der Erkenntnis, dass der Unterricht durch die nicht professionell ausgebildeten Übungsleiter keine Nachteile brachte.

Quelle: Carstens Stiftung
Mit einem Klick gelangen Sie zur Studie.

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