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Therapieerfolg: Gesichtsausdruck des Therapeuten ist ausschlaggebend

11.11.2019
Therapieerfolg: Gesichtsausdruck des Therapeuten ist ausschlaggebend Therapieerfolg: Gesichtsausdruck des Therapeuten ist ausschlaggebend Pixabay # 2979107 © AbsolutVision
Eine Studie zeigt: Patienten haben weniger Schmerzen, wenn die behandelnden Therapeuten selbst an die Wirksamkeit der Behandlung glauben. Diese spiegele sich in deren Gesichtsausdruck wider, so die Forscher.

An der US-amerikanischen Studie nahmen 194 Probanden teil, denen in drei Versuchsreihen eine Rolle als „Arzt/Therapeut“ oder „Patient“ zugewiesen wurde.

Zuerst wurde den „Ärzten/Therapeuten“ die Wirksamkeit einer Schmerzsalbe in einem Selbstversuch demonstriert. Dazu wurden Elektroden an den Unterarmen der „Mediziner“ angebracht und auf 47 Grad erhitzt. Das löste einen Schmerzreiz aus, der von dem Versuchsleiter mit einer Creme namens „Thermedol“ behandelt wurde. Angeblich solle diese schmerzlindernd wirken, aber in Wirklichkeit wurde nur die Temperatur der Elektroden heruntergeregelt und bei der Creme handelte es sich lediglich um ein Placebo.

In einem weiteren Schritt sollten nun die „Ärzte“ das „Medikament“ bzw. eine „Placebocreme“ bei Ihren „Patienten“ anwenden, ohne zu wissen, dass beide Cremes Placebos waren. Die „Patienten“ empfanden bei gleichem Schmerzreiz „Thermedol“ als wirksamer. Die Wissenschaftler hatten dabei auch den Gesichtsausdruck aller Probanden beobachtet. Bei den „Patienten“ mit dem vermeintlichen „Verum“ wies auch die Analyse ihres Gesichtsausdrucks auf eine Wirkung hin. Zudem bewerteten sie die „Thermedol“ auftragenden „Ärzte“ als einfühlsamer.

Glaube an Wirksamkeit überträgt sich auf „Patienten“

Die Patienten empfanden weniger Schmerzen, wenn die falschen Therapeuten selbst an die Wirksamkeit der schmerzlindernden Creme glaubten. Mit Hilfe von Kameras kamen die Wissenschaftler den Gründen auf die Spur. Sie hatten Kameras auf den Köpfen der Patienten angebracht, die zeigten, dass sich bei den behandelnden Ärzten im Gesichtsausdruck mehr Schmerzreaktionen zeigten, wenn sie die Kontrollcreme auftrugen, als bei der „Thermedol“-Creme.

Die Studienautoren folgern daraus, dass Ärzte möglicherweise nonverbal ihre Überzeugung ausdrückten, welche Behandlung sie für sinnvoll erachten und sich das auch in einer einfühlsameren Behandlungsweise niederschlage. Dieser Effekt könne möglicherweise im Klinikalltag noch stärker sein. Es sei in jedem Fall sinnvoll, die Mechanismen weiter zu untersuchen, die von den „Heilern“ selber ausgehen.

Quelle

www.aerztezeitung.de
Die Studie finden Sie hier.
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