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Donnerstag, 01 Oktober 2026 08:29

Die Kassen ziehen sich zurück, Homöopathie bleibt. Weil Menschen sie wählen.

Ulm, 1. Oktober 2026. Homöopathie verliert ihren Platz in der gesetzlichen Krankenversicherung. Für Patientinnen und Patienten stellt sich damit verstärkt die Frage, wo sie eine qualifizierte homöopathische Behandlung finden. Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker bieten sie seit Jahrzehnten an. Sie haben entscheidend dazu beigetragen, die Methode fachlich weiterzuentwickeln, ihre Qualität zu sichern und wissenschaftlich zu erforschen.

Mit dem erzwungenen Rückzug der Homöopathie aus der gesetzlichen Krankenversicherung verändert sich ihre Stellung im Gesundheitssystem. Für gesetzlich Versicherte wird die homöopathische Behandlung zur privaten Gesundheitsleistung.

"Für Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker ist das nichts Neues. Eine homöopathische Behandlung war in unseren Praxen schon immer eine privat vereinbarte Leistung. Menschen entscheiden sich bewusst dafür", sagt Stefan Reis, Vorstandsmitglied des VKHD.

Homöopathie hat in Heilpraktikerpraxen ein Zuhause

Die Homöopathie wurde von einem Arzt begründet und von Ärztinnen, Ärzten sowie Heilpraktikerinnen und Heilpraktikern über Generationen weitergetragen. In den vergangenen Jahrzehnten haben insbesondere Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker einen wesentlichen Beitrag zu ihrer praktischen und fachlichen Weiterentwicklung geleistet.

In unseren Praxen wird homöopathisches Wissen täglich angewandt, überprüft und weitergegeben. Aus der Heilpraktikerschaft heraus wurden Ausbildungsstandards, systematische Fortbildung und Qualitätssicherung entwickelt. Auch Verschreibungssicherheit und die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der homöopathischen Methode wurden maßgeblich vorangetrieben.

Dabei gehören Forschung und Praxis zusammen. Erfahrungen, Fragestellungen und Daten aus der täglichen Arbeit sind eine wichtige Grundlage für die faktenbasierte Betrachtung und Weiterentwicklung der Homöopathie.

Heilpraktiker sein heißt Verantwortung übernehmen

Wir verstehen unseren Beruf als eigenständigen Heilberuf. Wir diagnostizieren und behandeln eigenverantwortlich. Dazu gehören medizinische Kenntnisse ebenso wie das Wissen um Möglichkeiten und Grenzen der eigenen Behandlung.

Eine ausführliche Anamnese, die Berücksichtigung von Krankheitsgeschichte, Befunden und aktueller Medikation sowie die kontinuierliche Überprüfung des Behandlungsverlaufs gehören für uns zu einer verantwortungsvollen Therapie. Ebenso die Entscheidung, wann weitere Diagnostik oder eine andere medizinische Behandlung notwendig ist.

Qualität muss erarbeitet und nachweisbar sein. Das Zertifikat der Stiftung für Qualität in der homöopathischen Therapie (SQhT) steht für definierte Anforderungen an Ausbildung, Prüfung und kontinuierliche Fortbildung. Es macht qualifizierte homöopathische Behandlung für Patientinnen und Patienten erkennbar.

Am Ende entscheidet der Mensch

Menschen kommen aus unterschiedlichen Gründen in homöopathische Praxen von Heilpraktikerinnen und Heilpraktikern sowie Ärztinnen und Ärzten. Manche, weil bisherige Behandlungen nicht ausreichend geholfen haben. Andere, weil Beschwerden fortbestehen oder eine Therapie nicht vertragen wurde. Einige suchen von Beginn an einen homöopathischen Behandlungsweg. Andere möchten verschiedene therapeutische Möglichkeiten miteinander verbinden.

Wahlfreiheit bedeutet, dass diese Möglichkeiten tatsächlich bestehen

Wer Homöopathie in Anspruch nehmen möchte, soll Zugang zu einer qualifizierten Behandlung haben. Nicht eine Erstattungsentscheidung der gesetzlichen Krankenversicherung sollte darüber bestimmen, welche Therapie ein Mensch für sich wählen kann.

Wenn sich die gesetzliche Krankenversicherung aus der Homöopathie zurückzieht, bedeutet das nicht das Ende der Homöopathie in der Gesundheitsversorgung. Es rückt vielmehr alle diejenigen stärker in den Blick, die diese Therapie seit Jahrzehnten praktizieren, weiterentwickeln und qualitätsgesichert anbieten.

Homöopathie bleibt. Als Berufsverband für homöopathisch praktizierende Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker sorgt der Verband klassischer Homöopathen Deutschlands (VKHD) auch künftig dafür, dass Menschen sich für eine qualifizierte homöopathische Behandlung entscheiden können.

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