Antibiotikaresistenzen: Wo können wir ansetzen?
Antibiotikaresistenzen: Wo können wir ansetzen?
Antibiotika gehören zu den großen Errungenschaften der Medizin. Bei bakteriellen Infektionen können sie unverzichtbar und lebensrettend sein. Gleichzeitig wird immer deutlicher, wie wichtig ein gezielter und verantwortungsvoller Einsatz ist.
Das Robert Koch-Institut hat aktuell neue Daten zu Antibiotikaresistenzen und zum Antibiotikaverbrauch veröffentlicht. Sie zeigen, dass sich der Antibiotikaverbrauch in deutschen Krankenhäusern 2025 gegenüber dem Vorjahr kaum verändert hat. Das nationale Ziel, den Gesamtverbrauch bis 2030 um neun Prozent gegenüber 2019 zu reduzieren, rückt damit nicht näher1.
Für mich stellt sich deshalb die Frage: Wo können Antibiotika vermieden werden, ohne notwendige Behandlungen infrage zu stellen?
In meiner Praxis behandle ich immer wieder Menschen mit wiederkehrenden Infekten, wie beispielsweise Bronchitis, Sinusitis, Tonsillitis oder Zystitis. Erkrankungen, bei denen im Verlauf auch Antibiotika zum Einsatz kommen können.
Hier kann Homöopathie aus meiner Sicht einen wichtigen Beitrag leisten. Ich erlebe in meiner täglichen Praxis, dass eine individuelle homöopathische Behandlung sowohl bei akuten Beschwerden als auch bei wiederkehrenden Infekten hilfreich sein kann. Nicht jeder Infekt benötigt ein Antibiotikum. Gerade in diesen Situationen bietet die Homöopathie die Möglichkeit, Infekte gezielt zu behandeln, ohne vorschnell auf Antibiotika zurückzugreifen. Besonders bei Patientinnen und Patienten, die immer wieder in ähnliche Infektschleifen geraten, ist das für mich ein wichtiger therapeutischer Ansatz.
Dass diese Frage auch wissenschaftlich relevant ist, zeigt die iHOM-Studie der Technischen Universität München2. Untersucht werden sollte, ob eine individualisierte homöopathische Behandlung zusätzlich zur leitliniengerechten Therapie den Antibiotikabedarf bei Frauen mit wiederkehrenden Blasenentzündungen reduzieren kann. Die Studie wurde vorzeitig beendet, weil nicht genügend Teilnehmerinnen gewonnen werden konnten. Die streng definierten Teilnahmevoraussetzungen hinsichtlich Alter, Vorerkrankungen sowie Dauer und Häufigkeit der Beschwerden schlossen viele interessierte Frauen von einer Teilnahme aus. Die Fragestellung der Studie bleibt jedoch hochaktuell.
Wenn Infekte seltener auftreten oder sich akut homöopathisch behandeln lassen, kann auch der Einsatz von Antibiotika reduziert werden.
Das ist kein Argument gegen Antibiotika. Es ist ein Argument dafür, Homöopathie als Möglichkeit zur Reduktion des Antibiotikaeinsatzes stärker zu fördern. Antibiotika sollten dort eingesetzt werden, wo sie notwendig sind. Gleichzeitig können homöopathische Behandlungen dazu beitragen, dass sie bei akuten und wiederkehrenden Infekten seltener benötigt werden.
Die zunehmenden Antibiotikaresistenzen sind deshalb auch ein guter Grund, das Potenzial der Homöopathie in diesem Bereich stärker zu nutzen.
Karen Lutze
Heilpraktikerin
Veröffentlichungsdatum 9. September 2026
1 Robert-Koch-Institut am 09.09.2026: „Neue RKI-Daten zu Antibiotikaresistenzen und -verbrauch“
https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Neuigkeiten-und-Presse/Meldungen-PM/Meldungen/2026-09-09_ARS-AVS.html
2 Stellungnahme des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) zum Ende der bayerischen Homöopathie-Studie
https://www.dzvhae.de/ende-der-bayerischen-homoeopathie-studie/





