Stuhltest oder Koloskopie? Vor- und Nachteile der Methoden zur Früherkennung von Darmkrebs
Stuhltest oder Koloskopie? Vor- und Nachteile der Methoden zur Früherkennung von Darmkrebs
Stuhltest oder Koloskopie? Vor- und Nachteile der Methoden zur Früherkennung von Darmkrebs
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Darmkrebs gilt als nahezu vermeidbar – wenn seine Vorstufen rechtzeitig erkannt werden. Ob immunologischer Stuhltest oder Darmspiegelung: Beide Methoden retten Leben. Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) ruft dazu auf, die verfügbaren Angebote konsequent zu nutzen und erläutert Vor- und Nachteile der Verfahren.
Darmkrebs gehört in Deutschland zu den häufigsten bösartigen Tumorerkrankungen: Rund 55.000 Menschen erkranken jährlich, etwa 23.000 sterben daran. Laut aktueller S3-Leitlinie „Kolorektales Karzinom“ senkt die Teilnahme an der gesetzlichen Darmkrebs-Früherkennung das Erkrankungsrisiko um bis zu 80 Prozent. Die Versicherten haben dabei die Wahl:
- Die Koloskopie: Männer und Frauen haben ab einem Alter von 50 Jahren alle zehn Jahre gesetzlichen Anspruch auf eine Darmspiegelung. Bei Vorliegen bestimmter Risikofaktoren ist eine Koloskopie auch schon in jüngerem Alter sinnvoll.
- Der immunologische Stuhltest (iFOBT) kann alternativ zur Darmspiegelung ab einem Alter von 50 alle zwei Jahre durchgeführt werden, kommt davor aber auch schon im Rahmen des allgemeinen Gesundheits-Check-ups zum Einsatz.
Stuhltest: niedrigschwellig, aber nur bei Regelmäßigkeit effektiv
Der immunologische Stuhltest ist auch zu Hause durchführbar. Er ist einfach und sensitiv genug, um Blut im Stuhl zu erkennen, das von kleinen Tumoren oder Adenomen stammen kann. Der Test ist damit auch für Menschen geeignet, die Hemmungen vor einer Darmspiegelung haben. Laut DGVS erreicht der Test eine Sensitivität von rund 30 bis 40 Prozent für fortgeschrittene Adenome und über 70 Prozent für invasive Karzinome. Allerdings sollte er regelmäßig wiederholt werden. Ein positives Testergebnis erfordere zwingend eine nachfolgende Darmspiegelung zur Abklärung.
Darmspiegelung: der Goldstandard mit therapeutischem Potenzial
Bei der Koloskopie wird der gesamte Dickdarm mithilfe eines flexiblen Endoskops untersucht. Während der Untersuchung können Polypen, die potenziell entartungsfähige Strukturen aufweisen können, schmerzfrei entfernt werden. Die Untersuchung erfolgt auf Wunsch in Kurznarkose und dauert etwa 20 bis 30 Minuten. Die aktuelle S3-Leitlinie belegt: Durch die Koloskopie lässt sich das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, um bis zu 80 Prozent senken. Ihre Einmaligkeit bei hoher Wirksamkeit macht sie aus fachlicher Sicht zur effektivsten Früherkennungs-Maßnahme. Dennoch nehmen aktuell nur etwa 20 Prozent der Berechtigten eine Darmspiegelung in Anspruch.
Aufklärung und Motivation: Die wichtigste Aufgabe
„Wir müssen die Menschen motivieren – die beste Methode ist immer die, die tatsächlich gemacht wird“, sagt Professor Dr. med. Birgit Terjung, Mediensprecherin der DGVS aus Bonn. Angst vor der Untersuchung, Unsicherheit bei der Entscheidung oder fehlendes Wissen – all das seien vermeidbare Hürden. „Darmkrebs entwickelt sich über Jahre. Die Früherkennung gibt uns die Chance, rechtzeitig zu handeln – ob per Test oder Koloskopie.“
Quelle
S3-Leitlinie: Kolorektales Karzinom - DGVS - Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten. https://www.dgvs.de/leitlinien/onkologie/kolorektales-karzinom/
Weiterführende Informationen
- https://www.bundesgesundheitsministerium.de/krebsfrueherkennung.html
- https://www.krebshilfe.de/informieren/ueber-krebs/krebsarten/darmkrebs/
- https://stiftung-lebensblicke.de
- https://www.g-ba.de/themen/methodenbewertung/erwachsene/krebsfrueherkennung/darmkrebs-screening/
Quelle: Mitteilung der Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten, 26. November 2025





