Mitglieder-Login

Mitglieder-Login

Bitte warten, Berechtigungsprüfung ...
×

Integrative und komplementäre Medizin in Großbritannien: Eine bevölkerungsrepräsentative Analyse

Integrative und komplementäre Medizin in Großbritannien: Eine bevölkerungsrepräsentative Analyse Integrative und komplementäre Medizin in Großbritannien: Eine bevölkerungsrepräsentative Analyse AdobeStock #93839373 ©jannoon028
Rund zwei Drittel der Erwachsenen im Vereinigten Königreich greifen auf traditionelle, komplementäre und integrative Medizin (TCIM) zurück – das zeigt eine landesweit repräsentative Studie, die in BMJ Open veröffentlicht wurde. Die Ergebnisse unterstreichen die wichtige Rolle, die TCIM für viele Menschen in der Gesundheitsvorsorge spielt.


Für die Untersuchung wurden 1.559 Erwachsene aus England, Schottland, Wales und Nordirland befragt. 65,9 % der Teilnehmenden gaben an, innerhalb der vergangenen zwölf Monate mindestens ein TCIM-Produkt oder eine entsprechende Behandlung genutzt zu haben. 19,1 % hatten im selben Zeitraum eine TCIM-Praktikerin oder einen -Praktiker konsultiert.

Am häufigsten wurden Massagetherapeuten (9,4 %), Chiropraktiker (7,9 %), Yogalehrende (5%) und Homöopathen (4,1 %) aufgesucht. Anthroposophische Ärzte wurden am seltensten konsultiert (2,1 %). Besonders verbreitet waren Vitamin- und Mineralstoffpräparate (37,3 %) sowie Entspannungs- und Meditationsübungen (19,4 %). Die Homöopathie rangierte sowohl bei den Konsultationen als auch bei der Anwendung entsprechender Arzneimittel auf dem vierten Platz unter den TCIM-Verfahren im Vereinigten Königreich.

Die Analyse zeigte zudem, dass TCIM überdurchschnittlich häufig von Frauen, Menschen mit chronischen Erkrankungen (57,6 %), Personen mit höherem Bildungsabschluss und mit privater Krankenversicherung sowie von einigen ethnischen Minderheiten (asiatisch oder schwarz) genutzt wird. Die Ergebnisse legen nahe, dass TCIM meist ergänzend zur konventionellen medizinischen Versorgung und nicht als deren Ersatz eingesetzt wird.

Die Hauptautorin, Dr. Esther van der Werf, betonte, die Daten machten deutlich, wie wichtig evidenzbasierte nationale Strategien seien, die die tatsächliche Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen berücksichtigen. Zudem brauche es einen intensiveren Dialog zwischen Patient*innen sowie Ärzt*innen über die Nutzung von TCIM.

Die Veröffentlichung der Studie fällt zeitlich mit der Präsentation der TCIM-Strategie 2025–2034 der World Health Organization zusammen. Darin werden Regierungen weltweit aufgefordert, die Regulierung zu stärken, die wissenschaftliche Evidenz zu verbessern und TCIM – wo angemessen – sicher in bestehende Gesundheitssysteme zu integrieren.

An dem Forschungsprojekt waren unter anderem das Homeopathy Research Institute sowie das Australian Research Consortium in Complementary and Integrative Medicine beteiligt. Die Querschnittsbefragung wurde zwischen Mai und Oktober 2024 online durchgeführt. Ein ausführlicher Fragebogen erfasste demografische Daten, Gesundheitszustand sowie die Nutzung von TCIM-Produkten, -Verfahren und entsprechenden Beratungsangeboten. Die Stichprobe war so angelegt, dass sie die erwachsene Bevölkerung des Vereinigten Königreichs möglichst repräsentativ abbildet.


Originalpublikation

van der Werf ET, Foley H, Carter T et al. Traditional, complementary and integrative medicine use in the UK population: results of a nationally representative cross-sectional survey. BMJ Open 2026; 16:e104334. doi: 10.1136/bmjopen-2025-104334
https://bmjopen.bmj.com/content/16/1/e104334

Quelle: Homeopathy Research Institute 
Teilen auf FacebookTeilen auf Twitter