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Neue Forschung enthüllt wissenschaftliche Verbindung zwischen Schmerz und Kreativität

Neue Forschung enthüllt wissenschaftliche Verbindung zwischen Schmerz und Kreativität Neue Forschung enthüllt wissenschaftliche Verbindung zwischen Schmerz und Kreativität AdobeStock #361802576 ©Watercolor_Concept
Ein aktueller Artikel untersucht die enge Verbindung zwischen Kreativität und Schmerz und zeigt, dass beide auf überlappenden neuronalen Systemen für Aufmerksamkeit, Emotion und kognitive Kontrolle beruhen. Kreative Aktivität kann dabei Schmerzempfinden modulieren, indem sie alternative Hirnnetzwerke aktiviert und belohnungsbezogene Prozesse anregt.


Von van Gogh über Kafka bis zu Klaus Kinski und Hemingway – große Kunst, so denken viele, wird meist von leidenden Künstler*innen geschaffen. Doch bilden wir uns die Verbindung zwischen Kreativität und Schmerz bloß ein oder ist sie wissenschaftlich fundiert? Eine aktuelle Studie stellt diese Annahme auf eine wissenschaftliche Grundlage und zeigt, dass Kreativität und Schmerz auf gemeinsamen neuronalen Mechanismen beruhen, die Aufmerksamkeit, Emotion und kognitive Kontrolle betreffen. Dies könnte therapeutisches Potenzial bergen, um durch Kreativität die Art und Weise zu verändern, wie unser Gehirn Schmerz verarbeitet.

Die Forschenden schlagen einen neuen interdisziplinären Rahmen vor, der diese Zusammenhänge systematisch untersucht und das Verständnis von Schmerzverarbeitung durch kreative Prozesse erweitert. In ihrem Artikel stellen sie fest, dass Kreativität und Schmerz keine isolierten Phänomene sind, sondern verbundene Erfahrungen, die auf überlappenden neuronalen Systemen beruhen, die mit Aufmerksamkeit, Emotion und kognitiver Kontrolle zusammenhängen. Dieselben Mechanismen, die unsere Kreativität antreiben – vom Generieren neuer Ideen bis zum Wechsel unserer Perspektiven – seien auch daran beteiligt, wie wir Schmerz wahrnehmen und regulieren.

Schmerz störe typischerweise die kognitive Funktion und verenge unsere Aufmerksamkeit, so die Forschenden. Wenn Menschen jedoch ihren Fokus bewusst durch kreatives Engagement umlenken, würden sie sie alternative neuronale Bahnen aktivieren, die die Schmerzwahrnehmung modulieren. Dies lenke nicht nur bewusst die Aufmerksamkeit vom Schmerz weg, sondern aktiviere auch dopamingesteuerte Belohnungssysteme im Gehirn und helfe effektiv dabei, die Schmerzwahrnehmung zu verändern.

Zudem wird auf eine starke Fragmentierung der bisherigen Forschung hingewiesen, da Schmerz deutlich intensiver untersucht wurde als Kreativität und beide Felder oft mit unterschiedlichen Methoden arbeiten. Gefordert wird daher eine engere Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen sowie der Aufbau gemeinsamer Daten- und Modellierungsansätze.

Der Ansatz könnte nach Ansicht der Autor*innen nicht nur neue Perspektiven für das Schmerzmanagement eröffnen, sondern auch für weitere Bereiche wie neurologische Entwicklungsstörungen und altersbedingte Veränderungen relevant sein.


Originalpublikation

Khalil R, Frühholz S, Landry M. Pain as muse: How creative acts flourish in the shadow of struggle. Neurosci Biobehav Rev. 2026 Mar 19; 186: 106650. doi: 10.1016/j.neubiorev.2026.106650. Epub ahead of print

Quelle: Constructor University
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