KRINKO passt Vorgaben für medizinische Handwaschplätze an
KRINKO passt Vorgaben für medizinische Handwaschplätze an
An medizinischen Handwaschplätzen muss künftig nicht zwingend warmes Wasser zur Verfügung stehen. Die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) hat ihre Empfehlung zur Händehygiene entsprechend angepasst. Hintergrund ist, dass die Temperatur des Wassers keinen entscheidenden Einfluss auf die Wirksamkeit des Händewaschens hat.
Die Änderung bezieht sich ausschließlich auf die Wassertemperatur. Die übrigen Inhalte der KRINKO-Empfehlung „Händehygiene in Einrichtungen des Gesundheitswesens“ bleiben unverändert.
Auslöser für die Anpassung ist die aktualisierte Technische Regel für Biologische Arbeitsstoffe 250 (TRBA 250). Während dort bislang warmes und kaltes Wasser an Handwaschplätzen vorgesehen war, ist diese Vorgabe inzwischen entfallen. Gefordert werden stattdessen gut erreichbare Handwaschplätze mit fließendem Wasser in Trinkwasserqualität, geeigneten Hautreinigungsmitteln und Einmalhandtüchern.
Wassertemperatur für die Wirksamkeit unerheblich
Ob kaltes oder warmes Wasser verwendet wird, spielt für die Entfernung von Mikroorganismen offenbar keine wesentliche Rolle. Sowohl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als auch die US-amerikanische Centers for Disease Control and Prevention (CDC) bewerten den Einfluss der Wassertemperatur auf die Wirksamkeit des Händewaschens als gering. Entscheidend sind vielmehr eine korrekte Waschtechnik und eine ausreichende Waschdauer sowie die Qualität des Wassers und der verwendeten Waschpräparate.Die KRINKO empfiehlt deshalb, medizinische Handwaschplätze mit einem Kaltwasserzulauf in Trinkwasserqualität auszustatten. Eine Warmwasserversorgung ist damit nicht ausgeschlossen, sondern lediglich nicht mehr verpflichtend. Eine angenehme Wassertemperatur kann die Bereitschaft zum regelmäßigen Händewaschen unterstützen.
Vorteile für Haut und Umwelt
Der Verzicht auf hohe Wassertemperaturen kann zudem der Hautgesundheit zugutekommen. Häufiges Waschen mit heißem Wasser kann die Haut belasten und Hautirritationen begünstigen. Eine intakte Hautbarriere ist wiederum eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die hygienische Händedesinfektion regelmäßig und konsequent durchgeführt werden kann. Gleichzeitig lässt sich durch die ausschließliche Nutzung von Kaltwasser Energie einsparen und der CO₂-Fußabdruck des Händewaschens reduzieren.Wird ausschließlich Kaltwasser bereitgestellt, entfällt zudem das mit Warmwassersystemen verbundene Risiko der Vermehrung und Verbreitung von Legionellen.
Unverändert gilt: Die hygienische Händedesinfektion bleibt die wichtigste Einzelmaßnahme der Händehygiene im medizinischen und pflegerischen Bereich.
Achtung! Denken Sie daran ihre bestehenden Hygienepläne im Hinblick auf die geänderten Vorgaben zur Wasserversorgung zu überprüfen und diese gegebenenfalls entsprechend anzupassen.
Quelle: Epidemiologisches Bulletin 32/2026, Robert Koch-Institut: https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Epidemiologisches-Bulletin/2026/32_26.pdf?





