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Sodbrennen: Obst und Gemüse können helfen

Sodbrennen: Obst und Gemüse können helfen Sodbrennen: Obst und Gemüse können helfen AdobeStock #78320972 ©lola1960
Patienten mit Refluxbeschwerden entwickeln seltener Sodbrennen, wenn sie sich ballaststoffreich mit viel Obst und Gemüse ernähren. Das zeigt eine aktuelle Studie.


Einige kleinere Studien haben bereits gezeigt, dass Ballaststoffe die Häufigkeit von Sodbrennen/Säurereflux pro Woche verringern. Doch bisher fehlte es an groß angelegten prospektiven Studien und Nachweisen für die Wirkung von Ballaststoffzufuhr zur Prävention von gastroösophagealer Refluxkrankheit (GER). Daher hat nun ein Forscherteam in einer großen Frauenkohorte den Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Ballaststoffen sowie wichtigen Ballaststoffquellen wie Obst und Gemüse und dem Risiko für wöchentliche GER-Symptome untersucht.

Dafür werteten sie Ernährungsfragebögen aus, die Teilnehmerinnen der Nursesˈ Health Study II in den Jahren 2007, 2011 und 2015 ausgefüllt hatten, sowie Angaben aus den Jahren 2009, 2013 und 2017 zum Vorhandensein von Refluxbeschwerden. Bei dieser Analyse wurden Frauen ausgeschlossen, die zu Beginn der Studie über GER-Symptome berichteten, an Krebs erkrankt waren, regelmäßig Protonenpumpeninhibitoren (PPI) und/oder H2-Rezeptor-Antagonisten (H2RA) einnahmen oder keine Angaben zur Ernährung machten. Die Ballaststoffzufuhr wurde geschätzt, indem die Häufigkeit des Verzehrs jedes Lebensmittels mit dem Ballaststoffgehalt der angegebenen Portionen multipliziert wurde. Nicht-ernährungsbezogene Kovariaten, einschließlich der Medikamenteneinnahme und des Body-Mass-Index, wurden alle zwei Jahre bewertet.

Während der Beobachtungszeit gab es 10.700 Fälle von neu aufgetretenen Refluxsymptomen, definiert als mindestens einmal wöchentliche Refluxbeschwerden im vorausgegangenen Jahr. Die Häufigkeit der Beschwerden war bei einer hohen Ballaststoffzufuhr signifikant reduziert. Nach Adjustierung für andere Einflussfaktoren wie Alter, Alkoholkonsum, Rauchen, körperliche Aktivität und die Gesamtfettaufnahme war das Risiko im höchsten Quintil um 25 Prozent geringer als im niedrigsten Quintil. Das Ergebnis änderte sich nicht, wenn die Refluxbeschwerden mindestens zweimal wöchentlich auftraten. Ein ähnlicher Zusammenhang ergab sich außerdem, wenn nur Frauen mit säurehemmenden Therapien oder mit mindestens drei Risikofaktoren für einen Barrett-Ösophagus berücksichtigt wurden.

Die Refluxbeschwerden nahmen besonders bei hohem Obst- und Gemüsekonsum ab. Eine hohe Zufuhr von Ballaststoffen aus Zerealien trug nicht signifikant zur Risikominimierung bei. Runtergebrochen auf einzelne Lebensmittel zeigte sich, dass vor allem der Verzehr von Äpfeln und Birnen sowie von Gemüsesorten wie Blumenkohl, Brokkoli, Grünkohl, Kohlrabi und Rosenkohl mit einer niedrigeren Inzidenz von Refluxbeschwerden einherging. Ein reduzierter Konsum von Ballaststoffen in Höhe von fünf Gramm pro Tag war dagegen mit einem um 14 Prozent erhöhten Risiko für Refluxbeschwerden assoziiert.

Unklar bleibt, wie die Ballaststoffe das Risiko von Refluxsymptomen beeinflussen. Eine Möglichkeit sei, dass sie über die vermehrte Darmperistaltik die Magenstasis reduzieren und damit Refluxereignisse verhindern, so die Forschenden.


Originalpublikation

Samuthpongtorn C, Mehta RS, Ma W et al. Dietary Fiber is Associated With Decreased Risk of Gastroesophageal Reflux Symptoms. Clin Gastroenterol Hepatol. 2023 Jul 21: S1542–3565(23)00542-6. doi: 10.1016/j.cgh.2023.07.006

Quelle: www.springermedizin.de
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